Samstag, den 11. Juli, 22.00 Uhr - Herbertstrasse/ Hamburg

Prostituierte stehen auf und fordern von der Politik die Öffnung der Bordelle. Sie wollen endlich wieder legal arbeiten: auf der Herbertstraße, auf St. Pauli – deutschlandweit.

Während rund um die berühmt-berüchtigte Herbertstrasse in Hamburg/ St. Pauli das normale Leben nach dem Corona-Lockdown zurückkommt, Geschäfte, Hotels, Bars und Restaurants wieder geöffnet haben, Touristen durch den weltweit bekannten Kiez geführt werden, bleiben die Fenster in der Herbertstrasse dunkel, die Straße verweist - kein Leben, kein Geschäft, keine Freude. Tote Hose. Doch heute kommt für 2 Stunden Leben in die Herbertstrasse. Sie wird erweckt aus ihrem Dornröschenschlaf und erstrahlt heller denn je!

Die Prostituierten sind verärgert. Was ist los? Sie haben alle staatlichen Auflagen erfüllt, zahlten Steuern, erhielten kaum Corona-Unterstützung, stehen mit dem Rücken zur Wand und sind es leid, dass die Politik nicht tätig wird.

· Von der Prostitution geht keine höhere Infektionsgefahr aus als bei den anderen körpernahen Dienstleistungen, wie z. B. Massagen, Kosmetik oder sogar beim Tanzen und Kontaktsport. Prostitution heißt: es kommt in der Regel zu einem 1 : 1 Kontakt zwischen einer Prostituierten und einem Kunden.

· Bei Prostituierten gehört Hygiene von je her zum Geschäft.

· Bei den viel gefährlicheren sexuell übertragbaren Infektionen (STI`s und HIV/AIDS) haben sie schon immer Verantwortung gezeigt und wissen mit Schutzmaßnahmen umzugehen.

· Sie sind perfekt vorbereitet, auch die Corona-Schutzmaßnahmen umzusetzen, sei es mit Trennwänden in den Fenstern, der Einhaltung des Abstandsgebotes, Reinigung, Lüftung, einem Mund-Nasenschutz und der Aufnahme der Kundenkontaktdaten.

Warum ist von der Politik nichts zu hören? Ist eine weitere Schließung der Bordelle bei den sinkenden Infektionszahlen noch verhältnismäßig? Warum wird Prostitution außerhalb der Bordelle geduldet? Prostituierte fordern: gleiche Rechte für Alle. Ihr Job ist systemrelevant, wichtig für die Kunden und den Kiez. St. Pauli ohne Prostitution ist nicht St. Pauli. Prostitution ist Teil unserer Gesellschaft und ist so wichtig wie das Salz in der Suppe.

Öffnet die Bordelle – sofort und deutschlandweit - wie in Belgien, der Schweiz, Holland, Österreich und Tschechien bereits seit Anfang Juni.

Quelle: Bundesverband Sexuelle Dienstleistungen e. V. (BSD)