Das ist nicht genug - öffnet alle Bordelle. Jetzt! Save the date: Donnerstag, den 06. August 14.00 Uhr

  • Während in Bayern einzelne Bordelle schon wieder geöffnet haben , wenn sie u. a. einen 1: 1 Kontakt zwischen einer Sexarbeiter_in und einer/m Kund_in sicherstellen,
  • während in Berlin Studios ihre Kunden wieder empfangen und ihnen erotische Massagen und BDSM Services - wenn auch beides ohne Verkehr - anbieten dürfen und
  • während in den meisten der 16 Bundesländer Haus- und Hotelbesuche und Prostitution in der eigenen Wohnung erlaubt ist,

müssen die meisten Bordelle nach wie vor geschlossen bleiben, obwohl gerade hier CoronaSchutzmaßnahmen leicht umgesetzt und kontrolliert werden können, Sexarbeiter_innen hier geschützt arbeiten können und im direkten Austausch zu Kolleg_innen stehen. Sexarbeiter_innen und Bordellbetreiber_innen kämpfen um ihre Existenzen, gegen die wirtschaftliche Not und um Ihr Grundrecht auf die Ausübung ihres Berufes und auf ihr Grundrecht auf Gleichbehandlung. Gleichbehandlung zu anderen Branchen, besonders die der körpernahen Dienstleistungen wie Massagen, Kosmetik, Frisör oder Tattoostudios, Tanzen, Boxen, Judo, etc.

Eine weitere Schließung der Bordelle hat mit Corona und dem Schutz vor Infektionen nichts zu tun. Denn Sexarbeiter_innen sind die Expertinnen in Sachen Gesundheitsschutz. Das haben sie seit Jahrzenten bewiesen, indem sie sich und ihre Kund_innen erfolgreich vor STI's und HIV/Aids schützten.

Aber wir wehren uns auch gegen ein Verbot der Prostitution – im Kleinen wie im Großen. So rühmt sich die Stadt Stuttgart (wie Karlsruhe und Esslingen) sogar mit seiner auf das Stadtgebiet bezogenen Verordnung und dem totalen Verbot der Prostitution.

Geht mit uns auf die Straße. Unterstützt uns. Es geht um Sexarbeitsrechte, die vor allem Frauenrechte und Menschenrechte sind. Achtet Ihr nicht unsere Rechte, könnten Eure als nächstes beschnitten werden. Steht an unserer Seite: schwesterlich und brüderlich. Wir wollen keine Spaltung. Wir stehen Seite an Seite als Feministinnen.

Quelle: Bundesverband Sexuelle Dienstleistungen e. V.